Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen

Blog der Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen


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20 Links: Wie Unternehmen Instagram & Pinterest für ihr Marketing nutzen können

Mit Instagram und Pinterest haben sich zwei Foto-Social-Media-Plattformen etabliert, die auch für das Online-Marketing von Unternehmen interessant sind.

Instagram

Instagram

Pinterest

Pinterest

Die folgende, kommentierte Linksliste soll helfen, sich einen ersten Überblick über die Möglichkeiten zu verschaffen, die diese beiden Plattformen bieten.

Vor allem für Hotellerie/Gastronomie und Tourismus ergeben sich hier spannende und vielfältige Möglichkeiten.

1. Pinterest und Instagram im Tourismus
Betont die Möglichkeit, dass auf beiden Plattformen Gäste ihre Fotos hochladen können. Dann: ein kurzer Vergleich der beiden Dienste.

2. Instagram und Pinterest sinnvoll nutzen
Eine ausführliche vergleichende Darstellung. Mit Tipps zum Einbetten (z. B. auf Blogs) und Hinweisen, wie man von Instagram direkt auf Facebook posten kann.

3. Leitfaden Instagram Marketing
Gibt eine erste, gut strukturierte und ausführliche Orientierung zum Thema Instagram-Marketing; folgende Aspekte werden detailliert erklärt:

  • Instagram für Unternehmen
  • Content Strategie für Instagram
  • Aufbau von Reichweite auf Instagram
  • Hashtags auf Instagram
  • Influencer auf Instagram
  • Instagramprofil anlegen
  • Anzeigen und Kampagnen auf Instagram
  • Instagram Analytics und Tools

 4. Leitfaden Pinterest Marketing

Der Leitfaden gibt einen kompakten Überblick über die Möglichkeiten für das Marketing auf Pinterest. Folgende Aspekte werden behandelt:

  • Pinterest für Unternehmen
  • Aufbau von Reichweite
  • Community Management auf Pinterest
  • Anlegen eines Pinterest-Unternehmensprofils
  • Pinterest Analytics

5. Regelmäßige Artikel zu Instagram

Auf futurebiz. Die beiden letzten zu den Themen:

  • 5 Instagram-Kampagnen. Beispiele von Unternehmen (Nov. 2014)
  • 5 Thesen: Warum Instagram für Unternehmen in 2015 eine wichtige Rolle spielen wird (Nov. 2014)

6. Instagram für Unternehmen: Das müssen Marketeers wissen

  • Bietet Informationen zu:
  • Bildgröße, Bildauflösung
  • Verwendung von Hashtags
  • Zeitpunkt des Postens
  • Instagram Analytics

7. Instagram im Tourismus – Die Botschaft der Fotos

Mit Tipps, wie man eine Fotostory über die Alleinstellungsmerkmale eines Unternehmens, einer Destination auf Instagram erstellt. Dazu noch: Eine Fotostory, ein Hotel und Storytelling im Tourismus

8. Für Unternehmen: Wie funktioniert visuelles Marketing mit Pinterest

Folgende Aspekte werden dargestellt:

  • Wie funktioniert Pinterest?
  • Die Newsfeeds bei Pinterest
  • Vorteile von Pinterest für Unternehmen
  • Traffic-Steigerung durch Pinterest
  • Unternehmenskonto auf Pinterest einrichten
  • Für welche Branchen ist Pinterest geeignet?

9. Pinterest als Marketing-Tool nutzen

Mit Informationen zu „Rich Pins“ und v. a. zum „perfekten Pinterest-Bild.“

10. Zehn Tipps zum Einsatz von Pinterest für Unternehmen

Sehr schöne Infografik.

11. Rechtliches zu Pinterest

FAQ’s rund um Rechtliches zum Hochladen und Pinnen von Bildern auf Pinterest.

12. Instagram & Pinterest: 20 Beispiele erfolgreicher Strategien

Dabei auch: Starbucks, HRS, Red Bull …

13. Die beliebtesten Hotelketten auf Instagram

Die 10 Hotelkette mit den meisten Followern auf Instagram (Stand: 12/2012).

14. Der Krallerhof auf Instagram

Best-Practice-Beispiel vom Hotel Krallerhof. Auf der Seite heißt es: „Hier sehen Sie den Live-Stream des Fotodienstes INSTAGRAM. Dieser Fotodienst ermöglicht es Ihnen, Bilder mit dem Smartphone aufzunehmen und zu modifizieren. Anschließend schreiben Sie beim Veröffentlichen Ihres Bildes in den Beschreibungstext #krallerhof und schon wird Ihr Bild automatisch auf unserem Live-Stream angezeigt.“

15. Erstes Instagram-Hotel in Sydney

16. Instagram für Unternehmen: Die wichtigsten Einsteigertipps

17. Instagram: Mehr aus dem Netzwerk heraus holen

18. Tutorial zu Pinterest

Mit Videos.

19. Was ist Pinterest? Fünf Tipps für Einsteiger

20. Pinterest? Was ist das?

Der erste Artikel einer Serie, in der sich Kristine Honig mit Pinterest im Tourismus befasst.


Dies also die 20 Links zu Artikeln, die sich mit Instagram und Pinterest für Unternehmen befassen. Natürlich ist diese Linkliste nicht vollständig. Wenn Sie einen Artikel kennen, der lesenswert ist, posten Sie ihn bitte in den Kommentar.


[Zusammenstellung und Kommentare: Reinhard Käfferlein, Dozent an der Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen]

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Kultur oder Kult-Tour? Besuch beim Dallmayr in München

Der Alois, der Olaf und ich: Kultur oder Kult-Tour?

Kultur oder Kult-Tour – naja, lässt sich jetzt nicht so eindeutig beantworten. Könnte beides sein oder auch nicht. Eine Kult-Tour war es aber auf alle Fälle. Wobei: Eigentlich war es auch Kultur. Also wie jetzt? Fangen wir doch einfach mal am Anfang an.

Karawanengleich hat sich am 5. November ein Grüppchen in Bewegung gesetzt; erst von der Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen zum Bahnhof, von dort weiter nach München und dann zum Dallmayr. Was so beliebig klingt – „zum Dallmayr“ – war aber alles andere als beliebig. Unter Leitung des Fachdozenten für die Fächer Qualitätsmanagement, Catering und Event Management, Klaus Perovec, war die Klasse FS 2 unterwegs zur Alois Dallmayr KG in München, um dort den Ladenleiter Olaf Höntsch zu treffen und eine Führung durch das Ladengeschäft zu bekommen. Und um nebenbei allerhand Fakten zum Dallmayr zu erfahren und mit dem Ladenchef über Produkte, Dienstleistungen, Qualität und Events zu sprechen. Soweit also weder Kultur noch Kult-Tour. Noch dazu bei einem avisierten Zeitfenster von 75 Minuten, Tour inklusive Diskussion. Doch lesen Sie, was dann passierte.

Dallymayr_Exkursion_fertig

Das Foto: Der Alois (Dallmayr, hier die Weinabteilung), der Olaf (Höntsch) und ich (acht Hotelfachschüler). Merci an Olaf Höntsch für diese kompetente, humorige und emotionale Führung bis in die Katakomben des Feinkosthauses.

Treffen in der Weinabteilung mit Olaf Höntsch. Erstes Staunen: „Schau mal, Whisky für 980 Euronen!“ – „ Hier: sechs Jahrgänge Dom Perignon!“ usw. Und FaktenFaktenFakten. Erstmalig erwähnt Anfang des 18. Jahrhunderts, mehrfacher Hoflieferant, Inhaberwechsel, im 2. Weltkrieg ausgebombt, nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Sehr erkenntnisreich: Wir sind also in einem Haus, das die Feinkostgeschichte Münchens geprägt hat. Also Kultur.
Weiter ging es durch sämtliche Abteilungen. Confisérie, Tee, Kaffee (selbstverständlich), Delikatessen, Obst & Gemüse, Metzgerei, Käse, Brot, Fisch. Speichelfäden in den Mundwinkeln. Und noch mehr Zahlen zum Geschäft: zentnerweise Pralinen, tonnenweise Kaffee („Wir bedienen Straße, Bahn und Schiene!“), noch mehr Geschichte, noch mehr Informationen zu Produzenten, hauseigenen Rezepturen und hauseigener Produktion. An Weihnachten werden Seile im Laden gespannt, um die Kundenströme zu lenken. Wow – das ist eine Kult-Tour, vor allem mit diesen ganzen Anekdötchen und Zahlen.

Nach etlichen kleinen Fachgesprächen zwischen Schülern und Ladenleiter landeten wir im Weinkeller, respektive dem Verkostungsraum mit Ziegelgewölbe. Tür zu, und der Lärm und die Hektik der Verkaufsräume waren ausgesperrt. Ein langer Holztisch, leicht gedämpftes Licht und die unausgesprochene Frage: „Warum stehen da 10 Champagnergläser?“.
Es hat schon etwas Exklusives, wenn Olaf Höntsch persönlich hinter einer Glastür verschwindet und mit einer Flasche Dallmayr Champagner wiederkommt. Ploppzisch – und 10 Gläser waren gefüllt. Kult-Tour! Im kleinsten Kreis diskutierten wir noch weiter über Produktqualität, König Bhumibol und Karrieremöglichkeiten. Uhrzeit? Irrelevant. Nur fürs Protokoll: Unser geplantes Zeitfenster haben wir maßlos überzogen.

Die letzte Info, die hängen blieb: „Der Dallmayr“ hat jährlich mehr Besucher als Schloss Neuschwanstein. Also doch Kultur!

Nach dem Weinkeller gab es noch eine kleine Shopping-Mitbringsel-Beweismaterial-Runde durch den Laden, dann spuckte uns das Feinkosthaus wieder auf die Straße.

Fazit:

  • Hingehen, durchbummeln, staunen, einkaufen – es lohnt sich!
  • Es gibt eine Delikatessenkategorie innerhalb der Delikatessen.
  • Der Besuch des zweifach besternten Gourmetlokals erfordert einige Sparmaßnahmen im Vorfeld.
  • Der hauseigene Champagner macht Lust auf mehr und wurde bewusst so ausgebaut (Olaf Höntsch zeichnet sich auch dafür verantwortlich – er ist nämlich zusätzlich noch Chef des Weineinkaufs).
  • Qualität ist nichts Metaphysisches, sondern entsteht im engen Kontakt mit den Lieferanten und Produzenten.

[Text: Klaus Perovec, Foto: David Braunwarth]


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Nachlese 5: Salone del Gusto und Terra Madre Turin 2014

Tag 5: Munchy, crispy, crunchy – Oder doch einfach nur gut?

Keine Frage, der Salone del Gusto und die Terra Madre machen satt. Wir sind jeden Abend glücklich, aufgewühlt und mit einem wohligen Gefühl im Bauch ins Bett gefallen. Nach 13 Stunden täglich voll kosten, schlürfen, sabbern, kauen und schnuppern auch kein Wunder. Oder doch? Doch, eigentlich schon verwunderlich bei der Fülle, die wir täglich ins unseren Mund gefüllt hatten. Doch: Es waren richtige Lebensmittel, kein Plastic Food der Sorte Toasties oder Regular Size Decaff Moccaccino with Almond Flavour and Soy Topping. Sogar den üblichen Schnabeltassenpappbecherkaffee gab‘s nicht. Dafür bergeweise Essen nach den Slow Food-Kriterien good, clean and fair und ohne den üblichen Crispy-Crunchy-Extra viel Vitamine-Low Calorie-Marketing-Schmonz.

Hier unser persönliche „Top-of-the-Pops-Liste“:

  • Panini con la Bestia: Bestes italienisches Weizenbrot mit dünnen Scheiben Seitenspeck einer korrekt gemästeten Sau.
  • Brot, aus einer alten Weizensorte gebacken, welches erst am fünften (!) Tag nach dem Backen in den Verkauf kommt. Es braucht so lange, um noch zu reifen und ein Maximum an Geschmack zu bilden.
  • Die Biere von Teo Musso aus dem Baladin, einer piemontesischen Kleinbrauerei.
  • Nicht zu vergessen das „Hoppiness“, einem kaltgehopften Spezialbier der englischen Brauerei Moor.
  • Lardo di Colonnata, einem in Marmortruhen gereiften Rückenspeck aus der Toskana.
  • Waldstaudenbrot aus dem Waldviertel.
  • Das schwedische Vollkornbrot, nach Uraltrezept und einem abgespeckten Pumpernickelverfahren gebacken.
  • 32 Monate gereifter Prosciutto di San Daniele.
  • Ahle Worscht aus Hessen.
  • Pepper Sauce aus Wisconsin, gemacht aus der Sorte Beaver Dam Pepper.
  • Honig von schwarzen Bienen aus Asien.
  • Eine ofenfrische Pizza Margherita; der Teig aus einer alten Weizensorte, 24 Stunden gereift.
  • Diese phänomenale koreanische Fischsojasoße.
  • Aus Island ganz vorne dabei: sonnengetrockneter Salzfisch und Skyr, ein Frischkäse.
  • Kurkumasalz aus Indonesien, afrikanische Bohnen, original ungarische Kolbasz vom Mangalitza-Schwein (geeiillll!),holländischer Shiitake-Senf und und und und und und und und und…………

Einiges davon werden wir an der Hotelfachschule verkosten, LTec macht’s möglich.

Nicht wiederholbar ist aber ein kulinarisches Gesamtereignis: Am letzten Abend gab es eine spontane, interkulturelle Party am Stand der Schweiz. Nach Anfrage der gegenüber stationierten algerischen Delegation hat ein DJ zuerst traditionelle Klänge aus Nordafrika aufgelegt – Riesenstimmung und erstes Tanzen waren das Ergebnis. Nach und nach mischte sich in den Boxen ein erster House-Rhythmus dazu, bis schließlich nach einer Viertelstunde allerhand aktuelle Partykracher ertönten. Noch mehr Stimmung, noch mehr Leute, eine überschwängliche Multikulti-Menge tanzte und sang.

Und dann schwangen sich zwei junge Damen aus Zeeland mitten unter die tanzende Meute. Bewaffnet mit Kettenhandschuhen, Austernbrechern und einem 50er-Korb Zeeland-Austern. Im Akkord öffneten sie die Muscheln und verteilten sie an die Partypeople. Und wer am nächsten stand, der griff zu, völlig egal, ob aus Indien, Schweiz, Togo, Albanien, Deutschland, Malaysia oder sonst wo her. Keiner verzog das Gesicht oder lehnte gar ab. Alle waren dankbar und freuten sich über dieses Happening. Ein emotionaleres Austernbuffet gibt’s nirgendwo sonst. Nach weiteren 20 Minuten Tanz, einem Spontankonzert der italienischen Ausgabe von La Brass Banda, einer athletischen Hoola-Hoop-Einlage einer Amerikanerin und eines Inders und einem verschenkten Turbantuch gingen die Lichter an, und mit einem Riesenapplaus war der Messetag vorbei. Fazit: Essen und Musik – that’s it!!

Jetzt nur noch heimfliegen, auspacken, Pläne umsetzen, Kontakte halten und in den Mitbringseln schwelgen. Und mit einem, und nur einem Gedanken im Kopf: In zwei Jahren wieder! Unbedingt! Und zwar mit dem Auto!

[Text, Fotos, Video: Klaus Perovec]


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Nachlese 4: Salone del Gusto und Terra Madre Turin 2014

Tag 4: Bewegst du noch, oder bist du schon in Rente?

Heute volle Kanne Terra Madre. Auf dem Salone del Gusto waren wir nur kurz um etwas zu essen. Dann wieder zurück, workshoppen, diskutieren, Leute kennen lernen, Kontakte knüpfen. Wir haben die Slow-Food-Organisationen aus Österreich, Niederlande, England, Schweiz und zwei Vertreter der Sparte „Indigenous People“ getroffen. Es gab Kurzvorträge zu den Dingen, die die einzelnen Länder machen, wie etwa Earth Market, Chef’s Alliance und ähnliche Dinge.

Uns kam im Laufe der Diskussionen ein erster Verdacht: Was macht Deutschland? Später haben wir dann einen Slow- Food-Oberen aus Holland in der Kantine getroffen. Es war unglaublich anregend, mit ihm zu reden. Denken Sie doch mal nach: Für welche kulinarischen Highlights ist Holland bekannt?………….na, fällt Ihnen was ein? ……… nochmal nachdenken …………. ziehen Sie Heineken, Frikandel spezial und Fritten ab ……… was bleibt über? ……….. nochmal denken ……….also: NIX! Sagt auch Frank aus den Niederlanden. Trash Food vom Feinsten, dafür war Holland in der Vergangenheit bekannt. Doch hört, hört, heute gilt Holland als die Vorreiternation für Slow Food, vor allem mit Blick auf die nähere Zukunft.Am Horizont stehen die am schnellsten wachsende Chef’s Alliance, Oude Beer wartet (wird bis dato noch nicht wieder gebraut), Tulpenzwiebeln müssen echten Zwiebeln weichen etc. Die Burschen haben echt was vor.

Und Italiens Jugend, obwohl Slow Food-Gründernation, gilt als zu konservativ, als zu sehr „Mama, sag‘ mir was gut ist“, als dass zukünftig große Impulse von dort zu erwarten wären. Wer hätte das gedacht? Die Oranjes also.

Ach, was Deutschland so macht? Naja, halt nix. Obwohl, wir haben Convivien, wir haben Archepassagiere (nach der vorletzten Hausaufgabe wissen Sie, was das ist), wir wurschteln erfolgreich in den einzelnen Regionen. Okay, wir erfüllen die Mindestanforderung. Wir, die Weltmeister im Diskutieren, Helfen, Andere Beraten, Statuten und Pamphlete verfassen, wir bekommen den Arsch insgesamt nicht hoch. Wir bewegen viel, sehr viel – leider wo anders. Volksintern sind wir eher kurz vor der Frühverrentung.

Sie merken vielleicht, dass die Rente eher eine Einstellungssache ist als etwas Altersabhängiges. Wir haben Menschen im zarten Alter von 23 getroffen – Vorruhestand. Wir haben auf der Terra Madre Leute von weit über 60 Jahren kennen gelernt, die bewegen was. Die benutzen Facebook, Twitter usw. professionell, um sich auf der Messe und im täglichen Leben zu vernetzen. Die machen also das, was der Käfferlein immer predigt. Nicht „bin gerade Shoppen bei H&M“ posten, sondern Fotos von aktuellen Aktionen, Tipps, Hinweise, die für andere wertvoll sind. Und dabei sprechen wir nicht von den Vertretern aus der hochtechnisierten westlichen Welt. Nein, wir haben mit Jacques aus dem Senegal gesprochen, und er macht es so. Ein Medium sinnvoll nutzen, um etwas zu bewegen.

Auch wir haben deshalb einiges vor, z.B. eine deutsche Chef’s Alliance aus dem Feuer zu heben. Was das ist? Entweder googlen oder warten, bis in der Hotelfachschule nach den Herbstferien wieder die Schule losgeht. Die Herren Käfferlein und Perovec werden das Thema medial ausbauen und Infos geben. Aber Vorsicht: Der Kollege Käfferlein weiß noch nichts davon. Aber alle Köche und Serviceleute können schon mal gespannt sein.

So, dann Hausaufgabe bis Teil 5: Natürlich wie immer googlen. Dieses Mal Slow Food Earth Market, Oude Beer, indigenous people und Chef’s Alliance. Und unbedingt selber drüber nachdenken, zu wie viel Prozent man selbst schon in Rente ist. Vielleicht mit der Frage: Wann habe ich das letzte Mal was zum ersten Mal gemacht?

Soweit der Bericht Nr. 4 aus Turin von der Terra Madre. What’s up for tomorrow? Eine Gesamtzusammenfassung aus LTec-Sicht. Und dann kommt, wie gesagt, noch die visuelle Nachbearbeitung. Stay tuned, keiner wird es verpassen.

[Text und Fotos: Klaus Perovec]


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Nachlese 3: Salone del Gusto und Terra Madre Turin 2014

Tag 3: Brangschnsoftwäh

Oh, what a day! Heute war definitiv der kulinarische Highlight-Tag unseres bisherigen dem Terra-Madre-Besuches. Doch der Reihe nach.

Alle wichtigen Dinge beginnen in der Regel eher profan. So auch heute unser Eintritt in das Messegelände. Wir standen mit geschätzten 1200 Besuchern vor dem Main Entrance des Lingotto, der ersten Produktionshalle der Familie Agnelli in Turin. Historischer Boden, hier also liefen die ersten Fiat vom Band. Toll restauriertes Gebäude, 500 m lang, mehrere Stockwerke hoch, heute mit einer Mall und 2 Hotels bestens genutzt.

Aber egal. Wir standen auf jeden Fall mit diesen 1200 Menschen vor dem Haupteingang und warteten auf Einlass. Die Menschenmassen ließen vermuten, dass ganz vorne ein Scanner die Tickets elektronisch erfasst, sich dann ein Tor öffnet und man eintreten kann. Und tatsächlich gab es da vorne einen elektronischen Scanner oder richtiger: einen elektronischen Scanner. Die Menschenmassen, die sich durch 2 Tore wälzten wurden danach wieder gebündelt und standen in Zweierreihen vor dem einzigen Menschen, der ein elektronisches Kartenlesegerät in der Hand hielt! Bis dato hatten wir Italien als fortschrittlich-elektronisches Land gehalten. Der Italiener bevorzugt aber augenscheinlich auch technisch nicht ausgereifte Lösungen.

Mittags besuchten wir dann endlich den Supermarkt „Eataly“. Ausgehungert wie wir waren, hatten wir keine Augen für das vielfältige Angebot in diesem Lebensmitteltempel, sondern ließen uns erst einmal typisch deutsch an der ersten Fresstheke nieder. Ein Blick auf die Tafel ließ uns das Mittagsangebot erkennen. Okay, dann also Pasta e Pizza. Wir sind ja in Italien. Tortelloni mit Sugo al Mare und eine Wahnsinns-Margerita wanderten in uns und ließen die Bäuche anschwellen. Ratzfatz serviert dank einer Masterkasse mit Ordersatelliten. Im top-besuchten Outlet warteten wir gerade einmal 6 Minuten auf unser Essen. Fragen Sie den Aumüller, wie das geht, er wird es Ihnen sagen. Die ganzen Gastro-Outlets im Eataly sind auf Geschwindigkeit ausgerichtet, aber nicht auf Schnellabfertigung. Das heißt, man bekommt seine Bestellung ungewöhnlich schnell, dafür hat man dann mehr Zeit zum Verweilen. Slow Food zeitlich betrachtet. Und überhaupt Software: Auf dem Salone del Gusto hat jeder Stand, und sei er auch noch so klein, eine Kasse. Elektronisch, alles wird eingetippt, jeder Kunde bekommt einen Bon. Die Guardia del Finanza hat ein strenges Auge darauf.

Abends dann haben wir Liz kennengelernt. Sie ist die stellvertretende Conviviumsleiterin von Kalifornien und ab nächster Woche Projektleiterin bei einer Companie, die verschiedene Restaurants und Pop-Up-Konzepte umsetzt. Lange haben wir uns über Catering und Events unterhalten und irgendwann wies ich sie auf die richtige Software hin. Eine Software, mit der Sie von Bestellung über Rezepturen und Rahmendaten der Veranstaltung alles verwalten und koordinieren kann. Die heißt bei uns „Bankettprofi“, ist im Catering State of the Art und der Aumüller kennt und unterrichtet sie bis ins letzte Detail. Aber Achtung: Interkulturell betrachtet, heißt Branchensoftware in Kalifornien „Brangschnsoftwäh“. Meint aber das gleiche.

Der Tag endete dann mit Panini con la Bestia, Brot mit feinen Scheiben von einem ziemlich geilen Stück Seitenspeck einer langsam auf 180 kg gemästeten Sau aus der Emilia Romagna, einem Ur-Paarl aus dem Vinschgau und einem Etto 32 Monate gereiftem San Daniele-Schinken. Wir saßen sehr spät zwischen bereits aufgeräumten und abgedeckten Ständen, den letzten Besuchern und den Standbetreibern, die wiederum ihrerseits aßen und tranken und den Tag verabschiedeten.

Und zu guter Letzt spülten wir das späte Abendessen mit der passenden Brangschnsoftwäh hinunter: Einem Glas Sekt Rosé pas dosé aus der Franciacorta und einem Glas Hoppiness der Moor Brauerei aus Irland.

Hausaufgabe für Teil 4: Die Googlemaschine anwerfen und nachschauen, wo sich die Franciacorta befindet, was und IPA ist. Ferner mal wieder in das Unterrichtsscript schauen und das Wissen über Bankettprofi auffrischen. Liz braucht bestimmt bald Mitarbeiter. Deshalb auch noch bei Google Earth nach Syracuse forschen. Man weiß ja nie.

Und schalten Sie auch zu Teil 4 wieder diesen Blog ein, wenn es heißt: Bewegung kommt von „sich bewegen“.

Impressionen von Tag 3

[Text und Fotos: Klaus Perovec]


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Nachlese 2: Salone del Gusto und Terra Madre Turin 2014

Tag 2: Buchführung für Anfänger

Heute betrachten wir die Terra Madre einmal aus Sicht des von Betriebswirten scheinbar so vergötterten Fachs „Buchführung und Abschluss“. Eigentlich ist es aber auch eine interkulturelle Betrachtung (s. Blogbeitrag Teil 1). Nämlich des betriebswirtschaftlichen Clash of Cultures.

Lernfeld Nummer 1 war heute um 10.47 Uhr die Busfahrt vom Hotel zum Messegelände der Terra Madre. Unvergleichlich hier die präzisen Zeitangaben in Italien. Laut Fahrplan fährt der Bus um 10.47 Uhr (deutsche Zeitangabe). In Italien bedeutet dies allerdings: Er fährt so um 10.47 Uhr rum, könnte also auch erst um 10.55 Uhr kommen. Oder um 11.00 Uhr. Bei uns war es 10.54 Uhr. Italien verfährt folglich nur quasi präzise.

Kommen wir zur Rentabilitätsbetrachtung. Für uns war die Fahrt buchhalterisch hochrentabel, da wir für lau fahren durften. Wir kannten das System der Ticketshops noch nicht und dem Busfahrer war diese Unwissenheit egal. Hauptsache, wir hatten unsere wichtigen Delegationsausweise umhängen. Hier hat der Italiener wohl noch ein gewisses Obrigkeitsdenken und die Gewissheit, dass ein offizielles Dokument das gleiche Vertrauen erweckt wie ein bezahltes Busticket. Wir wollten an dieser Stelle dieses Vertrauen nicht zerstören, folglich schwiegen wir und genossen den umwerfenden Sonnenaufgang und den anschwellenden Berufsverkehr. Für die lokale Busgesellschaft war das Verhalten natürlich ein finanzielles Verlustgeschäft in Höhe eines nicht recherchierten Eurobetrags. Wir vermuten aber, dass allein die Gewissheit, einer Handvoll deutscher Slow-Food-Delegierten „geholfen“ zu haben, dem Busfahrer in seinem Glauben an das Gute im Menschen bestätigt hat. Also eine eher seelenheilmäßige Pattsituation.

Auf dem Salone del Gusto dann das Thema Preiskalkulation und Wareneinsatz (ohne Vollkostenbetrachtung). Nachdem wir uns gratis (!) eine Podiumsdiskussion mit Alice Waters, Jamie Oliver und Carlo Petrini über gesunde Schulverpflegung angehört hatten, fielen wir leicht angetrocknet in der Enoteca ein. Die Startgebühr betrug EUR 2 für ein hochwertiges Weinglas sowie EUR 15 für Bons. Gegen den schnellen Weindurst wurde ein Glas Dogliani San Luigi geordert. Preis: EUR 3. Dafür gab es einen einfachen, aber ausdrucksstarken Roten aus dem Piemont. Schien auf den ersten Blick und Schluck korrekt kalkuliert. Aber dann: Das Glas ohne Eichstrich, der Thekennachbar bekam eine größere Menge eines teureren Getränks in ein vergleichbares Glas eingeschenkt. Eine buchhalterisch nicht zu erfassende Ungerechtigkeit! Die Konsequenz davon war, dass ab jetzt nur noch die Dame den Wein ordert, wegen weiblichem Charme und italienischen Kellnern. Nächster Wein: Nr. 528, ein Barolo Vigna Gattera ‘00, das Glas zu EUR 5. Die qualitative Betrachtung erbrachte einen Gesellen mit noch deutlicher Frucht, sehr harmonisch eingebundenen Tanninen und vor allem einer schönen Reife. Und die Erkenntnis, dass wir hier wohl einen Geheimtipp abgegriffen haben. Der quantitative Vergleich zeigte, dass die Dame ein Fingerbreit mehr Wein im Glas als zuvor erreicht hatte. Zusammenfassend hatten wir also für EUR 2 Mehrinvestition einen deutlich besseren Wein in einem größeren Quantum auf der Habenseite.

Letztes betriebswirtschaftliches Lernfeld des Tages: Aufwand-Ertrags-Vergleich. Es stand das Netzwerktreffen der deutschen Delegation an. Binnen 87 Minuten hatten wir einen Applaus nach einem kurzen Diskussionsbeitrag, eine angeregte Diskussion über Terra Madre in Deutschland, die Betonung der Bedeutung des Gastgewerbes und 3 Visitenkarten zu verbuchen. Anschließend wurde eingeladen zu einem kleinen Umtrunk am Stand der deutschen Slow-Food-Organisation. Es gab diverse Archepassagiere zu verkosten wie z.B. Berliner Weisse, Ahle Wurst und Hohenloher Schinken. Dazu wirklich gute Gespräche und Kontakte und neue Impulse für Aktionen an der Hotelfachschule. Modern gesprochen bedeutet dies: „Das funzt!“ Eine fachspezifischere Aussage könnte in Richtung „geringer Aufwand, hoher Ertrag“ gehen.

Fazit des Tages: Soll waren einige Euros, plattgelaufene Füße und eine lange Wartezeit auf Jamie. Haben: Visitenkarten, Gespräche und Kontakte. Das Gefühl, wieder etwas bewegt zu haben oder bewegen zu können: unbezahlbar. Sollten Sie den genauen Zusammenhang zwischen Soll und Haben nicht verstanden haben, dann Fragen Sie CSB. Sie werden keinen Besseren finden, um dieses Thema zu verdeutlichen.

Hausaufgabe bis Teil 3: Recherchieren Sie die Begriffe Ahle Wurst, Dogliani, Archepassagier. Google hilft hier gerne.

In Teil 3 werden wir uns mit einem Blogbeitrag dem Thema „Branchensoftware“ widmen.

Bildimpressionen vom Tag 2

[Text und Fotos: Klaus Perovec]


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Nachlese 1: Salone del Gusto und Terra Madre Turin 2014

Tag 1: Interkulturelle Kommunikation für Fortgeschrittene

Eigentlich ist es mehr als nur logisch, dass man interkulturelle Kommunikation vom Profi lernt; vom Profi nach der üblichen Definition. Hat sowas studiert, hat ein nicht unerhebliches Sümmchen in Reisen, also in die Fortbildung vor Ort, investiert, ist also auch noch weit gereist. Kennt von indonesischen Bananen bis zur brasilianischen Feijoada alle Lebensmittel dieser Welt und auch noch die (Business-) Gepflogenheiten der entsprechenden Bevölkerungsgruppen. Gibt’s an unserer Hotelfachschule natürlich mit dem Prädikat „Certified Selmann Lessons“. Ein spannendes Fach inklusive allerlei praktischer Hintergründe.

Einer der Dozenten dieser Hotelfachschule [Anm. d. Red.: Er heißt übrigens Klaus Perovec] und zugegebenermaßen ein

Klaus Perovec

Klaus Perovec

Fan der, in Fachkreisen IKo genannten, interkulturellen Kommunikation wurde auf die aktuelle Slow-Food-Messe Salone del Gusto mit der Terra Madre nach Turin geschickt. Was eher wie Ferientage auf einer Fressmesse klingt, entpuppt sich bereits nach wenigen Minuten als IKo für Fortgeschrittene. Spaß auf höchster geschäftlicher und kulinarischer Ebene.

Fangen wir an mit der Messe selbst. Der Salone del Gusto in Turin ist die weltweit größte Slow-Food-Messe, vertreten sind folglich Teilnehmer aus der ganzen Welt. Alle haben interessante ethnische Hintergründe mit dabei und – Gott sei Dank – kulinarische Produkte aus ihren Ländern. Was für eine Gaumenfreude!

IKo-Schwierigkeit Nr.1: Kommunikation mit Händen und Füßen. Neben den üblichen Ritualen Händeschütteln, Verbeugen oder Visitenkartentauschen geht es auch darum, länderspezifische Gewohnheiten zu erfahren und möglichst viele Produkte zu probieren. Gar nicht so einfach auf einer Messe, auf der sogar das Verkostungsglas Bier etwas kostet. Also rein in das babylonische Sprachengewirr und mit Händen und Füßen mit Leuten in Kontakt treten und kommunizieren. Erste Erkenntnis: Wenn man so etwas wie ein „Rampensau-Gen“ in sich trägt, geht’s leichter. Im Sprachengedächtnis sollten Grundkenntnisse in Niederbayrisch, Waldviertlerisch, Französisch, Italienisch und Englisch auf den Einsatz warten. Hochdeutsch wird hier absolut überbewertet, das spricht und versteht fast keiner.

IKo-Schwierigkeit Nr. 2: Interesse allein reicht nicht, um eine neun Jahre (!) fermentierte Fischsojasauce probieren zu können. Mitgebracht von der Conviviumsleiterin Süd-Korea. Glücklicherweise spricht sie einigermaßen gut Englisch, gespickt mit koreanischen Fachworten. Okay – also nicht zu sehr auf die Pelle rücken, Distanz wahren. Verbeugen, loben, nachfragen – und plötzlich darf man den Finger ist diese Sauce tunken.

Iko-Erkenntnis des Tages: Nachdem alle das gleiche Grundbestreben vereint, nämlich sich kennen zu lernen und über Essen, Anbau und Handel zu diskutieren, ist die Sprache keine Barriere mehr. Diese Ausrede zählt nicht.
Erstes Fazit: 28 Produkte bestaunt und verkostet, mit 11 Produzenten ausführlich gesprochen, 1 Visitenkarte eingefordert. Viel für IKo gesammelt und naturalmente auch für das Fach LTec.

Ausblick: Am Tag 2 stehen mindestens der Besuch des Supermarkts „Eataly“ und das Treffen mit der deutschen Slow-Food-Delegation auf dem Programm. Sollten Studierende unserer Hotelfachschule diesen Blog-Beitrag lesen: Forschen Sie mit diesem Kratzhandy, das Sie im Unterricht immer so ungern nicht benutzen, nach „Eataly“. Sie werden überrascht über das Ergebnis sein und wahrscheinlich werden bei Ihnen in unterschiedlichem Ausmaß Sehnsüchte geweckt.

→ In Teil 2 geht’s dann weiter mit dem Bericht aus Turin. Another day, ein anderer (fachlicher) Schwerpunkt. Schauen Sie also wieder auf diesem Blog vorbei.

Die Fischsojasauce? Ein unglaublich komplexes Aroma, reichhaltig, tief, etwas Fisch, sautierte Pilze, Umami. Ihr LTec-Dozent würde sagen: Ein geiles Zeug.

[Text und Fotos: Klaus Perovec]