Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen

Blog der Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen

Nachlese 1: Salone del Gusto und Terra Madre Turin 2014

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Tag 1: Interkulturelle Kommunikation für Fortgeschrittene

Eigentlich ist es mehr als nur logisch, dass man interkulturelle Kommunikation vom Profi lernt; vom Profi nach der üblichen Definition. Hat sowas studiert, hat ein nicht unerhebliches Sümmchen in Reisen, also in die Fortbildung vor Ort, investiert, ist also auch noch weit gereist. Kennt von indonesischen Bananen bis zur brasilianischen Feijoada alle Lebensmittel dieser Welt und auch noch die (Business-) Gepflogenheiten der entsprechenden Bevölkerungsgruppen. Gibt’s an unserer Hotelfachschule natürlich mit dem Prädikat „Certified Selmann Lessons“. Ein spannendes Fach inklusive allerlei praktischer Hintergründe.

Einer der Dozenten dieser Hotelfachschule [Anm. d. Red.: Er heißt übrigens Klaus Perovec] und zugegebenermaßen ein

Klaus Perovec

Klaus Perovec

Fan der, in Fachkreisen IKo genannten, interkulturellen Kommunikation wurde auf die aktuelle Slow-Food-Messe Salone del Gusto mit der Terra Madre nach Turin geschickt. Was eher wie Ferientage auf einer Fressmesse klingt, entpuppt sich bereits nach wenigen Minuten als IKo für Fortgeschrittene. Spaß auf höchster geschäftlicher und kulinarischer Ebene.

Fangen wir an mit der Messe selbst. Der Salone del Gusto in Turin ist die weltweit größte Slow-Food-Messe, vertreten sind folglich Teilnehmer aus der ganzen Welt. Alle haben interessante ethnische Hintergründe mit dabei und – Gott sei Dank – kulinarische Produkte aus ihren Ländern. Was für eine Gaumenfreude!

IKo-Schwierigkeit Nr.1: Kommunikation mit Händen und Füßen. Neben den üblichen Ritualen Händeschütteln, Verbeugen oder Visitenkartentauschen geht es auch darum, länderspezifische Gewohnheiten zu erfahren und möglichst viele Produkte zu probieren. Gar nicht so einfach auf einer Messe, auf der sogar das Verkostungsglas Bier etwas kostet. Also rein in das babylonische Sprachengewirr und mit Händen und Füßen mit Leuten in Kontakt treten und kommunizieren. Erste Erkenntnis: Wenn man so etwas wie ein „Rampensau-Gen“ in sich trägt, geht’s leichter. Im Sprachengedächtnis sollten Grundkenntnisse in Niederbayrisch, Waldviertlerisch, Französisch, Italienisch und Englisch auf den Einsatz warten. Hochdeutsch wird hier absolut überbewertet, das spricht und versteht fast keiner.

IKo-Schwierigkeit Nr. 2: Interesse allein reicht nicht, um eine neun Jahre (!) fermentierte Fischsojasauce probieren zu können. Mitgebracht von der Conviviumsleiterin Süd-Korea. Glücklicherweise spricht sie einigermaßen gut Englisch, gespickt mit koreanischen Fachworten. Okay – also nicht zu sehr auf die Pelle rücken, Distanz wahren. Verbeugen, loben, nachfragen – und plötzlich darf man den Finger ist diese Sauce tunken.

Iko-Erkenntnis des Tages: Nachdem alle das gleiche Grundbestreben vereint, nämlich sich kennen zu lernen und über Essen, Anbau und Handel zu diskutieren, ist die Sprache keine Barriere mehr. Diese Ausrede zählt nicht.
Erstes Fazit: 28 Produkte bestaunt und verkostet, mit 11 Produzenten ausführlich gesprochen, 1 Visitenkarte eingefordert. Viel für IKo gesammelt und naturalmente auch für das Fach LTec.

Ausblick: Am Tag 2 stehen mindestens der Besuch des Supermarkts „Eataly“ und das Treffen mit der deutschen Slow-Food-Delegation auf dem Programm. Sollten Studierende unserer Hotelfachschule diesen Blog-Beitrag lesen: Forschen Sie mit diesem Kratzhandy, das Sie im Unterricht immer so ungern nicht benutzen, nach „Eataly“. Sie werden überrascht über das Ergebnis sein und wahrscheinlich werden bei Ihnen in unterschiedlichem Ausmaß Sehnsüchte geweckt.

→ In Teil 2 geht’s dann weiter mit dem Bericht aus Turin. Another day, ein anderer (fachlicher) Schwerpunkt. Schauen Sie also wieder auf diesem Blog vorbei.

Die Fischsojasauce? Ein unglaublich komplexes Aroma, reichhaltig, tief, etwas Fisch, sautierte Pilze, Umami. Ihr LTec-Dozent würde sagen: Ein geiles Zeug.

[Text und Fotos: Klaus Perovec]

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