Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen

Blog der Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen

Nachlese 3: Salone del Gusto und Terra Madre Turin 2014

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Tag 3: Brangschnsoftwäh

Oh, what a day! Heute war definitiv der kulinarische Highlight-Tag unseres bisherigen dem Terra-Madre-Besuches. Doch der Reihe nach.

Alle wichtigen Dinge beginnen in der Regel eher profan. So auch heute unser Eintritt in das Messegelände. Wir standen mit geschätzten 1200 Besuchern vor dem Main Entrance des Lingotto, der ersten Produktionshalle der Familie Agnelli in Turin. Historischer Boden, hier also liefen die ersten Fiat vom Band. Toll restauriertes Gebäude, 500 m lang, mehrere Stockwerke hoch, heute mit einer Mall und 2 Hotels bestens genutzt.

Aber egal. Wir standen auf jeden Fall mit diesen 1200 Menschen vor dem Haupteingang und warteten auf Einlass. Die Menschenmassen ließen vermuten, dass ganz vorne ein Scanner die Tickets elektronisch erfasst, sich dann ein Tor öffnet und man eintreten kann. Und tatsächlich gab es da vorne einen elektronischen Scanner oder richtiger: einen elektronischen Scanner. Die Menschenmassen, die sich durch 2 Tore wälzten wurden danach wieder gebündelt und standen in Zweierreihen vor dem einzigen Menschen, der ein elektronisches Kartenlesegerät in der Hand hielt! Bis dato hatten wir Italien als fortschrittlich-elektronisches Land gehalten. Der Italiener bevorzugt aber augenscheinlich auch technisch nicht ausgereifte Lösungen.

Mittags besuchten wir dann endlich den Supermarkt „Eataly“. Ausgehungert wie wir waren, hatten wir keine Augen für das vielfältige Angebot in diesem Lebensmitteltempel, sondern ließen uns erst einmal typisch deutsch an der ersten Fresstheke nieder. Ein Blick auf die Tafel ließ uns das Mittagsangebot erkennen. Okay, dann also Pasta e Pizza. Wir sind ja in Italien. Tortelloni mit Sugo al Mare und eine Wahnsinns-Margerita wanderten in uns und ließen die Bäuche anschwellen. Ratzfatz serviert dank einer Masterkasse mit Ordersatelliten. Im top-besuchten Outlet warteten wir gerade einmal 6 Minuten auf unser Essen. Fragen Sie den Aumüller, wie das geht, er wird es Ihnen sagen. Die ganzen Gastro-Outlets im Eataly sind auf Geschwindigkeit ausgerichtet, aber nicht auf Schnellabfertigung. Das heißt, man bekommt seine Bestellung ungewöhnlich schnell, dafür hat man dann mehr Zeit zum Verweilen. Slow Food zeitlich betrachtet. Und überhaupt Software: Auf dem Salone del Gusto hat jeder Stand, und sei er auch noch so klein, eine Kasse. Elektronisch, alles wird eingetippt, jeder Kunde bekommt einen Bon. Die Guardia del Finanza hat ein strenges Auge darauf.

Abends dann haben wir Liz kennengelernt. Sie ist die stellvertretende Conviviumsleiterin von Kalifornien und ab nächster Woche Projektleiterin bei einer Companie, die verschiedene Restaurants und Pop-Up-Konzepte umsetzt. Lange haben wir uns über Catering und Events unterhalten und irgendwann wies ich sie auf die richtige Software hin. Eine Software, mit der Sie von Bestellung über Rezepturen und Rahmendaten der Veranstaltung alles verwalten und koordinieren kann. Die heißt bei uns „Bankettprofi“, ist im Catering State of the Art und der Aumüller kennt und unterrichtet sie bis ins letzte Detail. Aber Achtung: Interkulturell betrachtet, heißt Branchensoftware in Kalifornien „Brangschnsoftwäh“. Meint aber das gleiche.

Der Tag endete dann mit Panini con la Bestia, Brot mit feinen Scheiben von einem ziemlich geilen Stück Seitenspeck einer langsam auf 180 kg gemästeten Sau aus der Emilia Romagna, einem Ur-Paarl aus dem Vinschgau und einem Etto 32 Monate gereiftem San Daniele-Schinken. Wir saßen sehr spät zwischen bereits aufgeräumten und abgedeckten Ständen, den letzten Besuchern und den Standbetreibern, die wiederum ihrerseits aßen und tranken und den Tag verabschiedeten.

Und zu guter Letzt spülten wir das späte Abendessen mit der passenden Brangschnsoftwäh hinunter: Einem Glas Sekt Rosé pas dosé aus der Franciacorta und einem Glas Hoppiness der Moor Brauerei aus Irland.

Hausaufgabe für Teil 4: Die Googlemaschine anwerfen und nachschauen, wo sich die Franciacorta befindet, was und IPA ist. Ferner mal wieder in das Unterrichtsscript schauen und das Wissen über Bankettprofi auffrischen. Liz braucht bestimmt bald Mitarbeiter. Deshalb auch noch bei Google Earth nach Syracuse forschen. Man weiß ja nie.

Und schalten Sie auch zu Teil 4 wieder diesen Blog ein, wenn es heißt: Bewegung kommt von „sich bewegen“.

Impressionen von Tag 3

[Text und Fotos: Klaus Perovec]

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