Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen

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Kultur oder Kult-Tour? Besuch beim Dallmayr in München

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Der Alois, der Olaf und ich: Kultur oder Kult-Tour?

Kultur oder Kult-Tour – naja, lässt sich jetzt nicht so eindeutig beantworten. Könnte beides sein oder auch nicht. Eine Kult-Tour war es aber auf alle Fälle. Wobei: Eigentlich war es auch Kultur. Also wie jetzt? Fangen wir doch einfach mal am Anfang an.

Karawanengleich hat sich am 5. November ein Grüppchen in Bewegung gesetzt; erst von der Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen zum Bahnhof, von dort weiter nach München und dann zum Dallmayr. Was so beliebig klingt – „zum Dallmayr“ – war aber alles andere als beliebig. Unter Leitung des Fachdozenten für die Fächer Qualitätsmanagement, Catering und Event Management, Klaus Perovec, war die Klasse FS 2 unterwegs zur Alois Dallmayr KG in München, um dort den Ladenleiter Olaf Höntsch zu treffen und eine Führung durch das Ladengeschäft zu bekommen. Und um nebenbei allerhand Fakten zum Dallmayr zu erfahren und mit dem Ladenchef über Produkte, Dienstleistungen, Qualität und Events zu sprechen. Soweit also weder Kultur noch Kult-Tour. Noch dazu bei einem avisierten Zeitfenster von 75 Minuten, Tour inklusive Diskussion. Doch lesen Sie, was dann passierte.

Dallymayr_Exkursion_fertig

Das Foto: Der Alois (Dallmayr, hier die Weinabteilung), der Olaf (Höntsch) und ich (acht Hotelfachschüler). Merci an Olaf Höntsch für diese kompetente, humorige und emotionale Führung bis in die Katakomben des Feinkosthauses.

Treffen in der Weinabteilung mit Olaf Höntsch. Erstes Staunen: „Schau mal, Whisky für 980 Euronen!“ – „ Hier: sechs Jahrgänge Dom Perignon!“ usw. Und FaktenFaktenFakten. Erstmalig erwähnt Anfang des 18. Jahrhunderts, mehrfacher Hoflieferant, Inhaberwechsel, im 2. Weltkrieg ausgebombt, nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Sehr erkenntnisreich: Wir sind also in einem Haus, das die Feinkostgeschichte Münchens geprägt hat. Also Kultur.
Weiter ging es durch sämtliche Abteilungen. Confisérie, Tee, Kaffee (selbstverständlich), Delikatessen, Obst & Gemüse, Metzgerei, Käse, Brot, Fisch. Speichelfäden in den Mundwinkeln. Und noch mehr Zahlen zum Geschäft: zentnerweise Pralinen, tonnenweise Kaffee („Wir bedienen Straße, Bahn und Schiene!“), noch mehr Geschichte, noch mehr Informationen zu Produzenten, hauseigenen Rezepturen und hauseigener Produktion. An Weihnachten werden Seile im Laden gespannt, um die Kundenströme zu lenken. Wow – das ist eine Kult-Tour, vor allem mit diesen ganzen Anekdötchen und Zahlen.

Nach etlichen kleinen Fachgesprächen zwischen Schülern und Ladenleiter landeten wir im Weinkeller, respektive dem Verkostungsraum mit Ziegelgewölbe. Tür zu, und der Lärm und die Hektik der Verkaufsräume waren ausgesperrt. Ein langer Holztisch, leicht gedämpftes Licht und die unausgesprochene Frage: „Warum stehen da 10 Champagnergläser?“.
Es hat schon etwas Exklusives, wenn Olaf Höntsch persönlich hinter einer Glastür verschwindet und mit einer Flasche Dallmayr Champagner wiederkommt. Ploppzisch – und 10 Gläser waren gefüllt. Kult-Tour! Im kleinsten Kreis diskutierten wir noch weiter über Produktqualität, König Bhumibol und Karrieremöglichkeiten. Uhrzeit? Irrelevant. Nur fürs Protokoll: Unser geplantes Zeitfenster haben wir maßlos überzogen.

Die letzte Info, die hängen blieb: „Der Dallmayr“ hat jährlich mehr Besucher als Schloss Neuschwanstein. Also doch Kultur!

Nach dem Weinkeller gab es noch eine kleine Shopping-Mitbringsel-Beweismaterial-Runde durch den Laden, dann spuckte uns das Feinkosthaus wieder auf die Straße.

Fazit:

  • Hingehen, durchbummeln, staunen, einkaufen – es lohnt sich!
  • Es gibt eine Delikatessenkategorie innerhalb der Delikatessen.
  • Der Besuch des zweifach besternten Gourmetlokals erfordert einige Sparmaßnahmen im Vorfeld.
  • Der hauseigene Champagner macht Lust auf mehr und wurde bewusst so ausgebaut (Olaf Höntsch zeichnet sich auch dafür verantwortlich – er ist nämlich zusätzlich noch Chef des Weineinkaufs).
  • Qualität ist nichts Metaphysisches, sondern entsteht im engen Kontakt mit den Lieferanten und Produzenten.

[Text: Klaus Perovec, Foto: David Braunwarth]

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