Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen

Blog der Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen

Terra Madre Vol. 5 Tasting, Networking, Abschied nehmen

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Heute beginnt der letzte Tag unseres Turin Aufenthalts, doch bevor sich  Abschiedsstimmung ausbreitet, stehen wir nochmal einen Tag unter vollem Strom..

Wir wollen alles sehen, mit jedem sprechen und vor allem alles schmecken. 🙂

Schmecken klingt gut… Das sollten wir gleich morgens umsetzten!

Erster Stop des Tages der Stand der Ferienregion Pavese!

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Deutsche Delegierte mit dem Team der Ferienregion Pavese

Hier gibt es die „Salame di Varzi“. In dem kleinen Örtchen Casanova wird diese Salami handgemacht. Es werden nur Zutaten aus der Region verarbeitet.

Das Fleisch kommt vom Züchter im Nachbarort und der verwendete Rotwein vom nahe gelegenen Weingut.

Die 6 Monate dauernde Reifung findet in einer Höhle unter dem Anwesen statt.

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Salame di Varzi

Der Chef schneidet uns sogar Scheiben seiner speziell für die Terra Madre hergestellten Pancetta herunter.

18 Schweine und 42 Monate waren nötig um die 88kg schwere Pancetta zu fertigen. Der Geschmack ist unfassbar fein und würzig.

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Pancetta

Zum Probieren der Salami und der Pancetta gibt es obendrein ein Glas roten Schaumwein –  die perfekte Kombination um den Tag zu beginnen.

An diesem Stand lernen wir auch ein „ark of taste“ Produkt der Region kennen.

Die „Peperoni de Voghera„, eine Paprika, die fast in Vergessenheit geraten ist und von einem Kleinbauern wieder aufgezüchtet wird.

Das Besondere an dieser Paprika ist die weiße Farbe, die sich erst mit der Zeit grün, gelb und dann rot färbt.

Die sehr dünne Schale und der süße Geschmack machen sie zu einem Genuss.

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Peperoni de Voghera

Nach einer kurzen Ruhephase im Park trennen wir uns und gehen zu den ersten Vorträgen des Tages.

Martin:

Mein Weg führt zum Slow Food Deutschland Meeting.Dort treffe ich wieder viele bekannte Gesichter, die wir in den letzten Tagen kennen gelernt haben.

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Wer kommt von wo?

Nach kurzer Einführung starten wir gleich mit einer super Motivationsansprache vom Slow Food International Vorstand. Er redet davon, dass wir eines der aktivsten Länder in Europa sind und wir auf einem super Weg in die Zukunft sind. Weiterhin betont er, dass wir mit großem Engagement vorangehen und ein Vorbild für andere Länder seien.

Anschließend wird über die inneren Strukturen von Slow Food geredet. In den nächsten Jahren gibt es einige strukturelle Veränderungen. Die Mitglieder werden aufgefordert, die Vorstände zu unterstützen.

Im Anschluss werden einige Gruppen gebildet, die sich auf Slow Food Themen stürzen. Wir arbeiten in Teams zusammen, hier werden Gründe und Lösungsvorschläge für diese ausgearbeitet.

Die Themen sind breit gefächert, von Bildung, Food Business starten, Stadt und Gärten, Saatgut, Fleisch und Tiere, Produkte und Chef Alliance bis hin zur Zukunft von Slow Food. In unserer Gruppe geht es um die Förderung der Bildung in den nächsten Jahren. Es werden einige Probleme angesprochen, unter anderem der Generationenwechsel in der Landwirtschaft oder: Wie wird der Bezug zu gutem Essen in der Kindheit gefördert? Einige Lösungsvorschläge werden in unserer Runde diskutiert und notiert. 20 Minuten später befinden wir uns wieder zurück im Saal und stellen unsere Themen vor. Die verschiedenen Probleme werden erläutert und Lösungen dargeboten.

Zum Abschluss gibt es noch eine kleine Zusammenfassung und den Hinweis, dass am Deutschen Slow Food Stand um 17.00 Uhr ein Empfang stattfindet.

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Auch die Kunst kommt nicht zu kurz 🙂

Julian:

Während Martin beim Networking ist, bin ich zum Chef Alliance Meeting mit Klaus Perovec verabredet.

Chef Alliance?

Ein Netzwerk von professionellen Köchen, die sich im Sinne der Slow Food Bewegung zusammengeschlossen haben.

Die Veränderung betrifft nicht nur alle Privathaushalte, sondern auch die Großküchen der Welt.

Bei diesem Meeting stehen Networking und Austausch im Vordergrund. So werden aus jedem Land CA Mitglieder vorgestellt, die kurz von ihren laufenden oder geplanten Projekten erzählen.

Aus Albanien ist Altin Prenga wieder mit dabei, der nochmal genauer auf seine 300 Kleinproduzenten eingeht, von denen er seine Ware bezieht.

Aus Ecuador erzählt ein junger Koch, dass er keine Bestellung macht, sondern sich von Kleinbauern die Erzeugnisse einfach schicken lässt und aus diesen kocht, was die Lieferung hergibt.

Aus Deutschland: wer hätte es gedacht – Klaus Perovec. 🙂

Vorweg sollte man wissen, dass die Chef Alliance Deutschland erst am Samstag offiziell gegründet wurde.

Klaus klärt uns auf, dass es in Deutschland erstmal darum geht, „regional“ neu zu definieren, da in vielen Regionen wegen des Klimas Gemüse schlecht wächst.

Auch, dass wir in Deutschland gewöhnt sind, Gemüse und Fleisch fertig geputzt zu kaufen, ist ein wichtiges Thema. Hier ist Aufklärungsarbeit schon in der Ausbildung wichtig.

Unter anderem steht auch „nose to tail cooking“ im Vordergrund.

„Nose to tail“ bedeutet das ganze Tier zu verarbeiten, nicht nur das Filet oder den Rücken. Sondern auch Kopf, Haxen oder Innereien zu verarbeiten.

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Klaus Perovec mit hoher Prominenz

Zum Schluss geht Olivier Roellinger noch auf die Bedeutung der Sterne für die CA und die Produzenten ein.

Er sagt, dass wir nicht die gleichen Fehler aus der Vergangenheit wiederholen dürfen. Wir sollten mehr Interesse an den Bauern zeigen und diese unterstützen.

Er geht auch darauf ein, dass Köche der Sternegastronomie eine sehr weite Medienpräsenz haben und diese nutzen sollten, um Menschen darüber aufzuklären, dass nachhaltiges und gesundes Kochen keine Magie ist.

Eine ebenso wichtige Frage ist, warum in Schulen Kunst, Musik und Religion gelehrt werden, aber nicht gesunde Ernährung?

Zum Abschluss gehen wir zum Empfang an den Deutschen Slow Food Stand. Wir werden versorgt mit Leckereien der deutschen Delegierten. Von Bauchspeck über Limpurger Rind bis hin zu Brezeln, Käse und bestem Wein 😉 Das Zusammentreffen der Deutschen Delegierten regt weiter an sich auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und Diskussionen zu führen.

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Feinster Speck

 

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Slow Food Youth Deutschland

 

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Slow Food Deutschland

Nach dem einen oder anderen Gruppenbild müssen Julian und ich uns langsam auf den Weg zum Bus machen. Ein letztes mal die Fahrt zur Gastfamilie, mit all den wunderbaren Menschen, die wir kennen lernen durften. Der Abschied fällt nicht leicht, aber die Freude auf ein Wiedersehen ist groß. Julian und ich sind dankbar, diese Erfahrung gemacht haben zu können. Wir freuen uns auf weitere großartige Begegnungen.

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Unsere Bus Crew 🙂

 

Text und Fotos: Julian Daniel, Martin Platzer

 

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