Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen

Blog der Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen


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Terra Madre Vol. 3: Bajuwaren, Food Waste und die Polizia

Es ist wieder frühmorgens, doch irgendwie wird das Aufstehen nicht leichter. 🙂

Heute starten wir in unserer Tracht in den Tag, denn für die große Willkommens-Parada müssen wir uns ja schick machen.

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Seit gestern sind wir einer mehr in unserer Gastfamilie, Ole ist gestern Vormittag angereist und abends zu uns gestoßen.

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In der Mitte: Ole vom Restaurant „Restlos glücklich“

Ole arbeitet in Berlin für eine gemeinnützige Vereinigung im Kampf gegen „Food Waste“. Dazu später mehr.

Slow Food Youth Deutschland

Unsere erste Station des Tages ist das Treffen der „Slow Food Youth Deutschland“. Hier treffen wir andere junge Menschen im Alter zwischen 18 – 32 Jahren, die an der Slow Food Bewegung interessiert oder bereits voll dabei sind. Die Vorstandsvorsitzenden des Netzwerkes stellen uns zum Anfang die laufenden Projekte kurz vor:

„Leere Tonnen“ kämpft für einen Wegwerfstopp in Supermärkten. Bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jährlich weggeworfen, bevor sie überhaupt den Verbraucher erreichen. http://slowfoodyouth.de/leere-tonne-kampagne/

„Schnippeldisko“ Hier fordern sie, dass auch zweibeinige Möhren ein Recht haben, geschnippelt zu werden. Von Höfen wird nicht standardisiertes Gemüse geholt, das die Supermärkte nicht verkaufen wollen, und zu Diskobeats wird gemeinsam gekocht. Da kommen schnell über 100 kg Gemüse zusammen und daraus können schonmal 9000 Portionen Suppe gekocht werden. Schnippeldisko

Dann gab es einen spontanen Besuch des Slow Food Gründers Carlo Petrini, der sich für das Interesse und den Einsatz der Youth’s bedankt und uns mit seiner offenen und packenden Art ins Gewissen ruft, dass es in Deutschland noch viel mehr Schätzenswertes und Besonderes gibt.

Die Projekte sind nicht nur für Unis und Studierende sondern für alle Landwirte und Verbraucher, denn von gesundem und fairen Lebensmitteln profitieren wir alle. „Lasst uns den Traum von nachhaltigen Lebensmitteln weiter spinnen und leben.“

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Zum Schluss des Treffens spielen wir noch ein Vernetzungsspiel, wörtlich, um uns alle besser kennen zu lernen. Danach werden offene Diskussionen und Unterhaltungen über Projekte von SFY und einzelne Teilnehmer gestartet.

Martin bleibt hier und wird später wieder zu unserer kleinen Gruppe stoßen.

Food Waste

Ich gehe zur Podiumsdiskussion: „Food Waste – A Horror Story

Hier diskutieren Professoren, Ärzte, Studenten und Köche aus aller Welt über die Lebensmittelverschwendung in unserer Gesellschaft.

Wie erwähnt, werden jährlich allein in Deutschland 20 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen.

Weltweit ist es ein 1/3 aller produzierten Lebensmittel, die im Müll landen. Was kann man machen und wohin geht die Zukunft, das ist ein großes Thema hier.

Einig sind sie sich alle, dass man an der Basis mit der Aufklärung viel erreichen kann und der Gesellschaft zeigen muss, dass ein weggeworfenes Lebensmittel nicht verschwindet sondern aufwändig entsorgt werden muss.

Doch so weit sollte es garnicht kommen. Schon bei passenden Verpackungen und Mengen sollte gespart werden, denn die meisten Lebensmittel werden noch vor dem Verkauf entsorgt. Bewusst einkaufen und Lebensmittel nicht sofort nach Ablauf des MHD wegwerfen ist der Kern der Diskussion.

Zu diesem Thema haben wir bei unserem neuen Mitbewohner nachgehakt.

Denn dieser arbeitet bei dem Verein „Restlos Glücklich e.V.“ Berlin. Eine gemeinnützige Organisation, die sich das Ziel gesetzt hat Lebensmittel wieder mehr wertzuschätzen.

Durch Bildungsprojekte und Kochkurse möchten sie Menschen dazu bewegen bewusst Lebensmittel zu verwerten.

Ole ist Restaurantleiter im „Restlos Glücklich Restaurant“ in Berlin-Neukölln. Dieses kleine Restaurant mit ca. 30 Sitzplätzen verkocht überschüssige Lebensmittel, die Supermärkte und Bauernhöfe nicht verkaufen können.

Ob krummes Gemüse, falsch etikettierte Ware oder Fehllieferungen – all diese Lebensmittel verarbeiten sie zu leckeren und gesunden Gerichten. Nächstes mal in Berlin definitiv ein Stopp wert. http://restlos-gluecklich.berlin

Bekanntschaft mit der Polizia

Bevor wir zu den Fotos der großen Parade kommen, mussten wir feststellen, dass bei diesem interkulturellen Event die Polizei nicht ganz auf unserer Wellenlänge ist.

Denn Martin treffe ich durch Zufall am Polizeistand wieder. Bevor ich ihn fragen kann, was passiert ist, werde ich schon von den Polizisten gestoppt und gefragt, wo mein Messer ist.

Anscheinend haben sie Martins Trachtenmesser an der Lederhose gesehen und ihn direkt eingepackt. Das meine ich auch wörtlich, alle Erklärungsversuche sind hoffnungslos und die Polizei schickt mich weiter.

Von hier wird Martin mit Blaulicht quer durch die Stadt gebracht zum Verhör ins Polizeirevier. Fotos, Fingerabdrücke und Befragung dauern drei Stunden…

Aber zur Parade ist er wieder rechtzeitig bei uns.

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Die Deutsche Delegation im Feierrausch

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Alle Nationen hatten ihre Flagge dabei

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Text und Fotos: Julian Daniel, Martin Platzer

 

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Kultur oder Kult-Tour? Besuch beim Dallmayr in München

Der Alois, der Olaf und ich: Kultur oder Kult-Tour?

Kultur oder Kult-Tour – naja, lässt sich jetzt nicht so eindeutig beantworten. Könnte beides sein oder auch nicht. Eine Kult-Tour war es aber auf alle Fälle. Wobei: Eigentlich war es auch Kultur. Also wie jetzt? Fangen wir doch einfach mal am Anfang an.

Karawanengleich hat sich am 5. November ein Grüppchen in Bewegung gesetzt; erst von der Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen zum Bahnhof, von dort weiter nach München und dann zum Dallmayr. Was so beliebig klingt – „zum Dallmayr“ – war aber alles andere als beliebig. Unter Leitung des Fachdozenten für die Fächer Qualitätsmanagement, Catering und Event Management, Klaus Perovec, war die Klasse FS 2 unterwegs zur Alois Dallmayr KG in München, um dort den Ladenleiter Olaf Höntsch zu treffen und eine Führung durch das Ladengeschäft zu bekommen. Und um nebenbei allerhand Fakten zum Dallmayr zu erfahren und mit dem Ladenchef über Produkte, Dienstleistungen, Qualität und Events zu sprechen. Soweit also weder Kultur noch Kult-Tour. Noch dazu bei einem avisierten Zeitfenster von 75 Minuten, Tour inklusive Diskussion. Doch lesen Sie, was dann passierte.

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Das Foto: Der Alois (Dallmayr, hier die Weinabteilung), der Olaf (Höntsch) und ich (acht Hotelfachschüler). Merci an Olaf Höntsch für diese kompetente, humorige und emotionale Führung bis in die Katakomben des Feinkosthauses.

Treffen in der Weinabteilung mit Olaf Höntsch. Erstes Staunen: „Schau mal, Whisky für 980 Euronen!“ – „ Hier: sechs Jahrgänge Dom Perignon!“ usw. Und FaktenFaktenFakten. Erstmalig erwähnt Anfang des 18. Jahrhunderts, mehrfacher Hoflieferant, Inhaberwechsel, im 2. Weltkrieg ausgebombt, nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Sehr erkenntnisreich: Wir sind also in einem Haus, das die Feinkostgeschichte Münchens geprägt hat. Also Kultur.
Weiter ging es durch sämtliche Abteilungen. Confisérie, Tee, Kaffee (selbstverständlich), Delikatessen, Obst & Gemüse, Metzgerei, Käse, Brot, Fisch. Speichelfäden in den Mundwinkeln. Und noch mehr Zahlen zum Geschäft: zentnerweise Pralinen, tonnenweise Kaffee („Wir bedienen Straße, Bahn und Schiene!“), noch mehr Geschichte, noch mehr Informationen zu Produzenten, hauseigenen Rezepturen und hauseigener Produktion. An Weihnachten werden Seile im Laden gespannt, um die Kundenströme zu lenken. Wow – das ist eine Kult-Tour, vor allem mit diesen ganzen Anekdötchen und Zahlen.

Nach etlichen kleinen Fachgesprächen zwischen Schülern und Ladenleiter landeten wir im Weinkeller, respektive dem Verkostungsraum mit Ziegelgewölbe. Tür zu, und der Lärm und die Hektik der Verkaufsräume waren ausgesperrt. Ein langer Holztisch, leicht gedämpftes Licht und die unausgesprochene Frage: „Warum stehen da 10 Champagnergläser?“.
Es hat schon etwas Exklusives, wenn Olaf Höntsch persönlich hinter einer Glastür verschwindet und mit einer Flasche Dallmayr Champagner wiederkommt. Ploppzisch – und 10 Gläser waren gefüllt. Kult-Tour! Im kleinsten Kreis diskutierten wir noch weiter über Produktqualität, König Bhumibol und Karrieremöglichkeiten. Uhrzeit? Irrelevant. Nur fürs Protokoll: Unser geplantes Zeitfenster haben wir maßlos überzogen.

Die letzte Info, die hängen blieb: „Der Dallmayr“ hat jährlich mehr Besucher als Schloss Neuschwanstein. Also doch Kultur!

Nach dem Weinkeller gab es noch eine kleine Shopping-Mitbringsel-Beweismaterial-Runde durch den Laden, dann spuckte uns das Feinkosthaus wieder auf die Straße.

Fazit:

  • Hingehen, durchbummeln, staunen, einkaufen – es lohnt sich!
  • Es gibt eine Delikatessenkategorie innerhalb der Delikatessen.
  • Der Besuch des zweifach besternten Gourmetlokals erfordert einige Sparmaßnahmen im Vorfeld.
  • Der hauseigene Champagner macht Lust auf mehr und wurde bewusst so ausgebaut (Olaf Höntsch zeichnet sich auch dafür verantwortlich – er ist nämlich zusätzlich noch Chef des Weineinkaufs).
  • Qualität ist nichts Metaphysisches, sondern entsteht im engen Kontakt mit den Lieferanten und Produzenten.

[Text: Klaus Perovec, Foto: David Braunwarth]


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It‘s Showtime! Catering Hausmesse in der HofaGAP

Rein pädagogisch betrachtet ist es wichtig, eine Klasse auf eine bevorstehende Prüfung „einzuschwören“. Im Lehrer-Schüler-Deutsch wird dieser Akt auch „Schulaufgabenvorbereitung“ genannt. Das Übliche halt: Fragen beantworten, Stoff eingrenzen, Übungsaufgaben durchführen. Das Ergebnis sieht mit hoher Wahrscheinlichkeit dann so aus: „Die Schulaufgabe wurde mit einem Schnitt von 2,2 absolviert, davon einmal eine Eins, fünf Zweier, usw. blabla“. Die Schüler nehmen es in unterschiedlichen Graden zur Kenntnis, machen innerlich einen Haken dran, nehmen abends unterschiedliche Mengen an psychotropen Substanzen zu sich, um „die Festplatte zu löschen“, schauen in ihren Kalender und wissen, morgen ist also die nächste Schulaufgabenvorbereitung dran. Aus Schülersicht „same shit, another day“. Heißer Herbst halt. Abschlusshalbjahr.
Das geht auch anders. Bauen Sie eine Messehalle im Kleinen auf. Lassen Sie mehrere Unternehmen einer Branche je einen Messestand gestalten, um dann individuelle Konzepte auf Top-Niveau geladenen Gästen zu präsentieren. Bringen Sie einen Verkaufswettbewerb mit rein, nach dem Motto: „Wer die meisten Stimmen bekommt, hat gewonnen!“. Verteilen Sie richtige Messetickets und vor allem: Sorgen Sie dafür, dass an den einzelnen Ständen richtig Betrieb ist. Sorgen Sie dafür, dass die Unternehmen für 30 Minuten aber so richtig im Stress sind. Dass sie verkaufen MÜSSEN. Und wenn Sie das alles richtig organisiert haben, dann holen Sie die Unternehmensteams kurz vor Beginn für 27 Sekunden zusammen. Und erklären Sie ihnen nochmals, auf was es ankommt, was jetzt gleich passieren wird. Und dann beenden Sie Ihre kurze Ansprache mit den Worten: „It’s Showtime!“.
Sie fragen sich, was das soll? Ganz einfach: Wenn Sie von Studenten Topleistung sehen wollen, dann brauchen diese auch einen Rahmen, in dem sie Topleistung zeigen dürfen. Doch, doch, das gibt’s. Am 21.10.2014 war es bei uns an der Hotelfachschule Garmisch-Partenkirchen wieder soweit, im Fach Catering Management. Unsere Catering Hausmesse mit drei Unternehmen am Start sowie ca. 50 Gästen. Die Gäste mussten Ihre Eintrittskarte – sprich: ihre Stimme – dem besten Unternehmen geben. Und das war bei Gott nicht einfach.
Sie wollen privat, aber in edlem Rahmen feiern? Dîner privé hätte Ihnen gefallen. Als Firmeninhaber benötigen Sie ein Catering der Extraklasse für Ihre 500 Mitarbeiter und Gäste? Sie hätten Elegatering gebucht. Vielleicht suchen Sie noch ein Hospitality Management für eine Mensa? Nicht nur scheinbar modern, sondern vom Slogan bis zum fertigen Studentenmenü up to date und professionell? Studentenfutter hätte Sie überzeugt.

Die geladenen Gäste haben Ihr Votum abgegeben, die Stimmen werden aktuell noch ausgezählt. Aber die erste Resonanz war bereits eindeutig: „Wahnsinn, was die machen!“, „Das ist aber professionell!“, „Der Stand ist richtig gut!“. Und eine Schülerin hat sogar den Organisator der Messe gefragt, ob sie (ihre Klasse) das auch machen dürfen.

Denken Sie doch mal nach: Wann wurden Sie das letzte Mal von einem Schüler gefragt, ob er eine Schulaufgabe schreiben darf? Denn banal betrachtet, war es nur eine Schulaufgabe. Mit Vorbereitung, Schüler-Coaching, Lehrinhalten, mit einer nüchtern-objektiven Beurteilung anhand transparenter Kriterien, Nachbesprechung und – einer Note.

Aber für 30 Minuten war es eben auch „It’s Showtime!“.

[Text: Klaus Perovec, Fotos und Video: Reinhard Käfferlein]


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Hofa Garmisch goes Flickr

Flickr_LogoImmer nur Texte lesen – auf Dauer ermüdend, oder? Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Besser noch: viele Bilder. Deswegen haben wir uns bei Flickr einen Account zugelegt. Dort finden Sie in Zukunft Aufnahmen aus der Hotelfachschule und dem Gastronomie- & Hotelkolleg. Begonnen haben wir bereits mit einigen Bildern von unserem letzten Lehrgang „Hotel- und Empfangssekretärin“.

Rechts in der Sidebar finden Sie eine kleine Auswahl unter: „Unsere Fotos bei Flickr“. Klicken Sie auf ein Foto oder drunter auf „More Photos“, dann kommen Sie auf unsere Flickr-Seite und können dort die Bilder auch in einer Diashow im Vollbildmodus anschauen.